Kurzer Überblick:
Die Kosten für das Halten von Geld auf Bankkonten steigen in Deutschland – durch Negativzinsen und Kontoführungsgebühren. Finanzexperten geben Tipps, wie Kunden ihr Geld effizienter verwalten und alternative Wege zur Kapitalerhaltung nutzen können.
Autor: Thomas Richter ist Finanzanalyst bei einer Investmentbank und Spezialist für Vermögensverwaltung.
Datum: 7. November 2025
Steigende Kosten für klassische Bankkonten
Immer mehr deutsche Banken erheben Gebühren für Giro- und Tagesgeldkonten oder führen Negativzinsen ein, um die steigenden Kosten für Verwaltung und Geldhaltung auszugleichen. Diese Entwicklung betrifft sowohl Privatkunden als auch Unternehmen und führt dazu, dass das Halten von Geld auf klassischen Bankkonten zunehmend unattraktiv wird.
„Viele Kunden merken erst jetzt, wie teuer es tatsächlich ist, Geld einfach auf dem Konto liegen zu lassen“, erklärt Finanzanalyst Markus Schneider. „Negativzinsen bedeuten, dass Banken einen kleinen Prozentsatz des Guthabens abziehen, anstatt Zinsen zu zahlen. In Kombination mit Kontoführungsgebühren kann das über das Jahr hinweg einen spürbaren Betrag ausmachen.“
Alternative Finanzinstrumente prüfen
Als Alternative rät der Experte, über andere Finanzinstrumente nachzudenken, die sowohl Sicherheit als auch eine mögliche Rendite bieten. Eine Möglichkeit sind Festgeldkonten bei Banken, die trotz steigender Zinsen teilweise noch positive Renditen bieten. Auch inflationsgeschützte Anleihen können helfen, den Wert des Kapitals langfristig zu sichern.
Darüber hinaus empfiehlt Schneider, die Diversifikation zu prüfen: Ein Teil des Geldes kann in Investmentfonds oder ETFs investiert werden, die auf unterschiedliche Märkte setzen. „Wer sein Kapital breit streut, reduziert das Risiko und kann gleichzeitig von langfristigen Wachstumschancen profitieren“, so der Experte.
Digitale Finanzlösungen nutzen
Für Kunden, die weiterhin Flexibilität benötigen, sind digitale Finanzlösungen interessant. Online-Plattformen bieten mittlerweile verschiedene Möglichkeiten, Geld kurzfristig anzulegen oder zu parken, oft mit besseren Konditionen als klassische Banken. Auch der verstärkte Einsatz von bargeldlosen Zahlungen und mobilen Konten kann helfen, Kontoführungsgebühren zu minimieren.
Bewusste Finanzplanung ist entscheidend
Schneider betont, dass eine bewusste Finanzplanung jetzt wichtiger denn je ist. „Es geht nicht darum, das Geld komplett aus dem Bankensystem abzuziehen, sondern die Kosten zu optimieren und Alternativen zu prüfen. Wer frühzeitig handelt, kann sowohl die laufenden Gebühren reduzieren als auch sein Kapital besser schützen.“
Fazit
Das Halten von Geld auf herkömmlichen Bankkonten wird teurer, aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Eine Kombination aus smarter Budgetplanung, gezielter Investition und Nutzung digitaler Finanztools ermöglicht es Kunden in Deutschland, ihr Geld effizienter zu verwalten und den Wert ihres Kapitals langfristig zu sichern.
